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Endlich im Ziel

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Nach über 40 Jahren ist die markante Eisenplastik von Giorgio Lorenzi an ihren ursprünglichen Ort zurückgekehrt: zur Rennbahn Oerlikon in Zürich. Dort, wo sie einst platziert war, ist sie wieder für alle sichtbar – als Dauerleihgabe für die nächsten zehn Jahre.

Die eisernen Rennfahrer

«Für den Eisenplastiker Giorgio Lorenzi steht der Mensch im Mittelpunkt», schrieb der Landbote bereits 1987. Seine Figuren seien Ausdruck dieser Haltung: kraftvoll, beweglich, manchmal monumental, dann wieder überraschend fein. 

Lorenzi arbeitete direkt mit dem Material und ganz ohne Entwürfe. Schicht für Schicht trug er Eisen auf ein Gerüst und schweisste das Material aneinander. Durch das Auftragen der Schweissnähte bekam das glatte Blech lebendige Strukturen. Typisch für Lorenzi ist die Betonung von Händen und Füssen. Für den Künstler seien sie die «Antennen» des Menschen: Instrumente der Kommunikation und des Ausdrucks.

Besonders eindrücklich zeigt sich dies in der rund drei Meter hohen Skulptur der Rennfahrer, die Lorenzi anlässlich der Bahnrad-Weltmeisterschaften 1983 in Zürich schuf. «Im Ziel» (auch: «Der Sieger») zeigt die Symbiose zwischen Mensch und Maschine als kraftvolles Zusammenspiel von Körper, Technik und Bewegung. 

Die Weltmeisterschaften fanden damals auf der Rennbahn Oerlikon statt, einem traditionsreichen Ort des Schweizer Radsports. Die 1912 erbaute Offene Rennbahn Oerlikon gehört zu den ältesten noch betriebenen Sportanlagen des Landes und ist Austragungsort nationaler und internationaler Titelkämpfe. 

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Die Skulptur von Giorgio Lorenzi, ausgestellt an der Bahnradsport-Weltmeisterschaft 1983 in Oerlikon. Hans Krebs © StAAG/RBA3-3-BS8310465_4 

Rückzug und Rückkehr

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Der Künstler Giorgio Lorenzi beim finalen Schliff seiner Skulptur «Im Ziel» für die Rad-WM auf der offenen Rennbahn Oerlikon am 22. August 1983. 43 Jahre später sind die Radfahrer aus der Sammlung der SKKG zurück. © Keystone

Nach ihrer Entstehung fand die Skulptur zunächst keinen dauerhaften Platz im öffentlichen Raum. Die Stadt Zürich entschied sich gegen einen Ankauf, eine Weile stand sie in Dübendorf auf einem Privatgrundstück. Schliesslich wurde das Werk von Bruno Stefanini erworben. Über viele Jahre hinweg blieb es jedoch eingelagert und damit der Öffentlichkeit entzogen.

Erst nach 43 Jahren kehrte das Kunstwerk an jenen Ort zurück, für den es ursprünglich geschaffen wurde: zur Rennbahn Oerlikon. Am Eingang positioniert, kämpfen die eisernen Rennfahrer um den Sieg – als Moment eingefrorener Bewegung, kurz vor der Ziellinie.

Giorgio Lorenzi verfolgte schon in den 1980ern das klare Anliegen, Kunst nicht als abgeschlossenen Raum zu denken, sondern als Teil des öffentlichen Lebens. Seine Werke sollten Menschen im Alltag begegnen. 

Lorenzis Haltung spiegelt sich auch im Engagement der SKKG wider: Kunst und Kulturgut sichtbar, zugänglich und erlebbar zu machen. Statt, dass die Skulptur im Depot verborgen bleibt, steht sie wieder an jenem Ort, wo sie bereits 1983 platziert wurde. Sichtbar für alle; ob Velofans, Sport- und Kulturbegeisterte oder zufällige Passant:innen.